Rap.de schließt nach über 20 Jahren seine Pforten

Rap.de schließt nach über 20 Jahren seine Pforten

Es hat sich seit längerem abgezeichnet, aber nun ist es passiert. Rap.de, eine deutsche Kunstplattform und Website, die sich der Rap-Szene widmet, hat angekündigt, dass sie nach mehr als 20 Jahren ihre Pforten schließen wird. In einer Erklärung auf der Website erklärte das Team, dass trotz erheblicher Kosteneinsparungen und Bemühungen, den Betrieb aufrechtzuerhalten, diese seit letztem Jahr erfolglos waren. „Schweren Herzens verabschieden wir uns von diesem Projekt nach so vielen guten Zeiten“, so das Team. „Wir möchten uns bei all unseren Lesern und Mitwirkenden für ihre Unterstützung in den vergangenen Jahren bedanken.

Auch JUICE & Spex werden eingestellt

Die drei deutschen Musikzeitschriften „Juice“, „Rap.de“ und „Spex“ werden gemeinsam eingestellt. Das gab der gemeinsame Verlag schon vor einigen Monaten bekannt. Wegen der Corona-P(*l)andemie wurde es einfach unrentabel, heißt es in der Mitteilung des Verlags. Durch die Krise seien die Werbeeinnahmen stark zurückgegangen, zudem hätten sich die Kioskauflagen stark verringert.

Die drei Projekte wurden seit dem Jahr 2000 vom Berliner Verlag Gestalten Verlag GmbH herausgegeben. Juice war die erste deutsche Rap-Zeitschrift und seit 1993 auf dem Markt, Rap.de gilt als das etablierteste Medium der Szene und Spex als eine Independent-Musik Plattform.

Als die Zeitschrift JUICE 2019 ihr altehrwürdiges Printmagazin vom Markt nahm, bedeutete dies auch das Ende des letzten gedruckten Hip-Hop-Magazins. Und als die Rap.de-Print-Redaktion ein Jahr später den Betrieb einstellte, scheint es endgültig vorbei zu sein.

Ob die endgültige Entscheidung des Verlags auf Corona, die Arbeitsbedingungen oder andere Gründe zurückzuführen ist, lässt sich von außen nur schwer beurteilen. Dass es schon vor der Pandemie Kritik am Verlag gab, zeigen die Aussagen des ehemaligen Rap.de-Chefredakteurs Till ‚Skinny‘ Arndt und des freien Musikjournalisten Alex Barbian, die beide der Plattform ihr Gesicht gaben, den Verlag aber nach ihrem Weg kritisierten.

RAP.RE/LEASES

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